April! April!
Der weiß nicht, was er will.
Bald lacht der Himmel klar und rein,
Bald schau'n die Wolken düster drein,
Bald Regen und bald Sonnenschein!
Was sind mir das für Sachen,
Mit Weinen und mit Lachen
Ein solch' Gesaus' zu machen!
April! April!
Der weiß nicht, was er will.
Unter dem Motto des über 100 Jahre alten Gedicht von Heinrich Seidel stand auch der Saisonauftakt der IG Königsklasse in Oschersleben.
Am Donnerstag ab 17:00 konnten wir ins Fahrerlager und unsere Zelte auf dem Petersplatz aufschlagen. Die Einschreibung bei Peter vom MSC Münster und technische Abnahme bei Ilko funktionierten problemlos, alle Lizenzen waren griffbereit und es hatten alle mitbekommen, dass wir ab diesem Jahr Motorradhelme mit ECE 22.06 benötigten.
Bei den Prüf.- und Einstellfahrten am Freitag nutzen viele, bei feinstem Frühsommerwetter, die Möglichkeit sich selbst und auch die Rennmotorräder auf die kommende Saison vorzubereiten.


#38 Robert Dehner auf Honda RS250 NX5 und #3 Jörg Schöllhorn auf ROC Yamaha YZR500
Am Samstag begann dann die normale Rennveranstaltung mit einem freien Training und zwei Qualifyings. Das freie Training startet am Samstagmorgen um 10:30, am besten aufgelegt war Jakob Gassmann, der seine Wittgas 421 als einzige runter 1:40 um den Kurs scheuchte. Robert Dehner war mit einer 1:42 der schnellste GP250 Treiber, in der SP250 war es Niklas Sydel der mit einer 1:44 die Zielrichtung für die folgenden Qualis setzte. In der GP125 folgte Lucas Schneider und war ebenfalls mit einer 1:44 der schnellste Achtelliter Pilot im freien Training.

#26 Jakob Gassmann auf dem Aprilia RS250 / RD350 zwitter, der Wittgass 421
Wirklich zur Sache ging es dann bei besten Bedingungen um 13:00 im ersten Qualifying.
Jakob zeigte das er weiterhin gut aufgelegt war und das Andreas die Wittgas gut vorbereitet hatte. Er war mit einer 1:37 Trainingsschnellster. Zweitschnellster GP500 Treiber war Jörg Schölhorn auf der traumhaften ROC 500 Yamaha. Mit einem Sekündchen Abstand folgte Bertl Gudermann auf der pfeilschnellen RG500.
In der GP250 nahm René Voss das Zepter in die Hand, gefolgt von Markus Pekacar und Robert Dehner, alle auf Honda RS250.
In der SP250 war es Niklas Seydel, der mit einer 1:42 zeigte wie gut er und seine Suzuki RGV250 drauf waren. Einen Wimpernschlag langsamer war Daniel Kämmling auf seiner Aprilia RS250. Der Dritte im Bunde war Christoph Pocher, auf der schönen RGV 250.

In der GP125 konnte sich Luca Schneider wiederum um eigene Sekunde verbessern. Zweitschnellster GP125 war Hendrik Pelzer, gefolgt von Klaus Ernst. Alle drei vertrauen auf eine Honda RS125. Klaus Ernst plante für dieses Jahr den Klassenwechsel in die SP250, leider müssen an der stark modifizierten Honda NSR noch ein paar Kinderkrankheiten ausgemerzt werden. Zum Glück war Günter mit der treuen Resi Honda RS125 vor Ort, so dass Klaus in der gewohnten GP125 an den Start gehen konnte.

Das zweite Quali um 16:00 konnte man als Vorboten für den Sonntag sehen, denn es war verregnete. Am besten mit den nassen Bedingungen kam unser GP500 Meister Peter Seydel zurecht, gesamt Zweitschnellster war dann schon sein Sohn Niklas. Günther Hinze trotzte den Bedingungen und scheute seine betagte Yamaha TZ350 sehr flott um den nassen Kurs, gefolgt von Robert Dehner und Michael Deisinger die ihre Honda RS250 auch gut durch die nassen Bedingungen trieben. Im Schlepptau hatten sie Bertl Gudermann und den bei Regen immer sehr gut aufgelegten Lutz Fleißig auf der betagten SP250 Honda NSR 250. Aber Lutz hatte es dann auch ein wenig übertrieben und kam mit einer ziemlich ramponierten Honda auf dem Schandkarren wieder.

Auf die Startaufstellung hatte das Regentraining keinen Einfluss mehr, hier waren die Zeiten aus dem Q1 natürlich ausschlaggebend.
Am Abend trafen wir uns alle noch zum gemeinsamen Grillen, unser Grillmeister Niels Schwerk hatte alles perfekt vorbeireitet und so konnten wir bei einer leckeren Thüringer und ein paar Bierchen den schönen Abend ausklingen lassen.
Über Nacht kam dann der Regen, und wie sich zeigte war er gekommen um zu bleiben.
Es regnete unentwegt, die Bedingungen waren schwierig. Seitens der Rennleitung wurde alle getan, um sich auf die Bedingungen einzustellen. So wurden extra 2 WarmUp Runden angesetzt, um die Streckenbedingungen gut kennenzulernen. Leider zeigte sich, dass die Wassermengen schwer zu beherrschen waren und schon in der Anfangsphase des Rennens kam es zu zwei Unfällen, die dann richtigerwiese zum Rennabbruch führten.


Da sich um die beiden Verunfallten erst einmal im Medical Center gekümmert werden musste, war schnell klar, dass es keinen Reestart geben kann.
Während wir im Fahrerlager noch diskutierten, ob es bei den Bedingungen Sinn macht ins zweite Rennen zu gehen, entschied die Rennleitung und der Leiter Streckensicherung, dass die Strecke unter diesen Bedingungen nicht nutzbar war und beendeten die Veranstaltung um 13:00 komplett.
Letztendlich konnte auch das erste Rennen nicht gewertet werden, da die Mindestrennzeit nicht erreicht wurde und alle sind ohne Meisterschaftspunkte nach Hause gefahren.
Den beiden Verletzten geht es jetzt gut, Jörki musste am Oberarm operiert werden.
So startet die Meisterschaftssaison erst beim Ducati Club Race in Assen.
Text: Peter Schulte Wien
Fotos: Mario Dymarz